Biografische Etablierung

Folie05

Der Bereich der „Biografischen Konsolidierung“ ist ein Segement innerhalb der gesamten Erwerbsphase. Aus genannten Gründen haben wir den langen biografischen Abschnitt (von ungefähr 30-65 Jahren) einer Aufsplittung unterzogen. Die Phase der biografischen Etablierung kennzeichnet den späterne Verlauf ab Mitte/Ende 40 bzw. Anfang 50. Familiale Beziehungen werden wieder zur Zweier-Beziehung, denn die erwachsen gewordenen Kinder verlassen das Haus (Phänomen „Empty Nester“). Oder Partnerschaften trennen sich bzw. Ehen werden geschieden. Auch berufliche Stellschrauben werden in diesem Zeitrahmen wesentlich justiert: Wiedereinstieg in den Beruf (vor allem bei Frauen, die aus der Familenphase kommen), neue/weitere berufliche Perspektive für die weiteren 15-20 Jahre Tätigkeit (fundierte Weiterbildung, Qualifzierung, neuer Job, Übernahme von Leitungsfunktionen) führen zu einer Etablierung des bislang konsolidierten Lebensstils.

Statusbewusst-Arrivierte (LFT02):

Tradition des Bildungsbürgertums, Liberalität, Beruflich gesetzte Selbstverwirklichung (Angekommen-sein), etabliertes Understatement, Hochkulturkonsum, teilweise mit alternativem Einschlag, Sinn für Authentizität und Kennerschaft im Konsum.

  • Mittlere bis höhere Altersgruppen (Median: 53 Jahre),
  • Höchste und tlw. mittlere Bildungsabschlüsse
  • Überwiegend Verheiratete im Zwei-Mehrpersonenhaushalt, Kinder wohnen nicht mehr im eigenen Haushalt
  • Frauen leicht überrepräsentiert
  • Leitende Angestellte, qualifizierte Angestellte, Beamte und Freiberufler/Selbstständige (häufig: Bildung, Forschung, Pädagogik, Medien, Recht, Finanzen, Dienstleistungen)
  • Hohe bis höchste Einkommen

Statusorientierte Bürgerliche (LFT6):

(älter gewordene) bürgerliche Mitte, Konformität in allen Lebensbereichen, Funktionalität durch Bequemlichkeit, Neuorientierung im beruflichen Leben, Neujustierung des Beziehungslebens, Statusbetonung, in Teilen Statusverunsicherung: Anschluss halten an die gesellschaftliche Oberschicht, Angst vor sozialem Abstieg.

  • Mittlere Altersgruppen (Median: 50 Jahre)
  • Mittlere Bildungsabschlüsse
  • Überwiegend verheiratet, teilweise geschieden, eigene Kinder, Zweipersonenhaushalte (Kinder außer Haus: „Empty Nester“), Frauen eher überrepräsentiert
  • Hauptsächlich mittlere und qualifizierte Angestellte (breit gefächerter Branchenquerschnitt)
  • Mittlere Einkommen.

Defensiv-Benachteiligte (LFT10):

Tradition von einfacher (Dienstleistungs-)Arbeit, Geringe Ressourcen verfügbar, insgesamt unterprivilegierter Lebensstil: geringer Aktionsradius, wenig Partizipation am gesellschaftlichen Leben, prekäre Lebenslagen, Defensivität als zentraler Habitus, traditionelle Geschlechterrollen, Distanz zur Hochkultur.

  • Mittlere Alterskohorten (40-60 Jahre), Median: 47 Jahre
  • Niedrige Bildungsabschlüsse (Hauptschule), tlw keine Ausbildung.
  • Oftmals verheiratet, auffällig viele geschieden, eigene Kinder, Ein-Zweipersonenhaushalte, Frauen vielfach allein erziehend.
  • Einfache Angestellte oder Arbeiter bzw. Facharbeiter, oftmals in Teilzeit; Frührentner, Arbeitslose
  • Breites Tätigkeitsspektrum im produzierenden Gewerbe, unteres Dienstleistungsgewerbe
  • Niedrige Einkommen
  • Neue Bundesländer überrepräsentiert.

 

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